Fazit nach 40 Tagen mit dem Palm Pre

Da mich immer wieder Leute fragen, wie sich denn nun der Neue von Palm im Alltag macht, will ich hier meine Erfahrungen und Eindrücke nach rund 8 Wochen intensiver Benutzung darstellen! Da ich selbst noch kein anderes ähnlichen Gerät (iPhone & Co.) benutzt habe, werde ich auch nicht auf mögliche Vergleiche eingehen. Vielmehr will ich die von mir bemerkten Pluspunkte und Schwachstellen gegenüberstellen.

Pluspunkte
Wie es sich bei einem guten Feedback gehört, sind im Folgenden erst einmal die positiven Eindrücke genannt:

Bedienung / Scrolling / Zooming
Die in der Werbung angepriesene intuitive Bedienung hält, was sie verspricht! Eine kurze Einleitung nach dem ersten Start des Geräts und ein kleines Faltblatt mit den wichtigsten Gesten reichen, um sofort den sicheren Umgang zu beherrschen. Deshalb schreibe ich es auch meiner eigenen Unfähigkeit zu, erst nach einer Woche gemerkt zu haben, dann man nicht nur nach oben und unten, sondern auch nach links und rechts scrollen kann. Dies funktioniert in den meisten Fällen auch sehr flüssig. Die besonderen Fälle, in denen es nicht sofort klappt, sind unten beschrieben.
Das Zooming (Auseinander ziehen eines Bildabschnitts mit zwei Fingern) ist vor allem mit der Möglichkeit der 90°-Rotation beim Surfen extrem vorteilhaft. Nur dadurch werden manche Webseiten erst lesbar. Ein kleiner Abzug dafür, dass nur alle Anwendungen auf die Neigungsänderung reagieren!

Parallele Anwendungen
Ein echtes Plus ist die Möglichkeit, Anwendung parallel laufen zu lassen. Man kann jede Applikation in eine Card verkleinern und sieht, dass diese im Hintergrund weiter läuft. So kann man z.B. einen Download laufen lassen und trotzdem beim Telefonieren im Kalender suchen. Damit ein her geht die äußerst positive Eigenschaft, dass ein eingehenden Event (z.B. Anruf, SMS oder Alarm) nie den Betrieb einer gerade offenen Anwendung stört. Das Display wird einfach geteilt und man kann sich dem Event widmen, wenn man es für richtig hält und vor allem in Ruhe die aktuelle Aktion zu ende bringen.
Kleiner Nachteil hier: die Faulheit des Anwenders lässt die Anzahl der Cards recht schnell steigen, so dass der Speicher bereits mehr als einmal am Rande der Leistungsfähigkeit stand.

Synchronisierung & Profilverknüpfungen
Bei der Synchronisierung setzt Palm von Anfang an auf ein Online-Konto. Da ich aber mit meinem lokalen Outlook abgleichen will, habe ich mich für den Kauf der Sync-Software von Chapura entschlossen. Die kannte ich schon vom alten Palm V und mit einem einmaligen Preis von unter 20€ ist sie auch erschwinglich. Damit ist ein Abgleich von Kalender, Kontakten und Notizen ohne Probleme möglich, auch wenn dafür beide Geräte (also der PC und der Pre) im selben WiFi-Netz sein müssen.
Der in meinen Augen absolute Knüller ist aber die Palm-interne Profilverknüpfung, die den Outlook-Kontakten nichts tut, aber einen echten Mehrwert schafft: der Pre versucht gleiche Kontakte zu finden und diese zu einem Profil zu verknüpfen. So finde ich nun meine Freunde sowohl über ihren Spitznamen mit den dazu gehörigen privaten Skypenamen, (Mail-)Adressen und Handynummern als auch über ihre geschäftlichen Informationen. Und nun das Beste: über die einzelnen Apps der verschiedenen Social Networks (Facebook, LinkedIn u.a.) werden auch diese Profile zu den Kontakten synchronisiert und verlinkt und so zum Beispiel die Profilbilder auf Facebook beim Anruf eingezeigt!
Und da die Suche auch sehr zu verlässig ist, reicht meist die Eingabe der ersten drei Buchstaben des Nachnamen, um die gewünschte Info zu finden. Hierfür also ein Ultra-dicker Pluspunkt!

Schwachstellen
Wo viel Sonne, da auch Schatten und den sollte man hier nicht verschweigen:

Mechanik
Ein kleines Manko, dass recht schnell auffällt, ist die etwas hakige Mechanik beim Aufschieben der Tastatur. Dadurch wird das Oberteil (Display) bereits noch ein paar Stunden Gebrauch ganz leicht locker, was sich aber über die Zeit nicht verschlimmert und so auch nie störend wirkt. Wenn man das beachtet, fällt auch das Aufschieben mit nur einer Hand recht leicht. Und die dann verfügbare, ohne jeden Zweifel einwandfreie Tastatur entschädigt die Mühe 😎

Aufladen & Stromverbrauch
Da ich bisher noch keinen Touchstone gekauft habe, lade ich den Pre über das mitgelieferte USB-Kabel auf, das man entweder an einen Rechner oder über den ebenfalls enthaltenen Adapter an eine Steckdose anschließen kann. Leider muss man zum Anschluss des Kabels am Palm eine kleine, fast nicht sichtbare Klappe öffnen, was echte Übung erfordert und anfänglich Angst vorm Abbrechen bereitet. Glücklicherweise zeigt sich die Konstruktion aber bisher stabil. Da man aber mindestens einmal am Tag aufladen muss (GSM, WLAN, Bluetooth und UMTS brauchen halt ihren Saft), kann das einem manchmal schon auf die Nerven gehen.

Geschwindigkeit
Alles in allem ist der Pre recht stabil und auch in seinen Reaktionszeiten beim Srollen und Zoomen sehr ansprechend. Ein wirklicher Minuspunkt ist die Ladezeit für bestimmte Anwendungen, wie zum Beispiel der Kalender, der ja nun ausgerechnet ein recht häufig benutztes Element ist. Hier ist es vor allem die Ladezeit beim Start, die durchschnittlich bei gefühlten 2,5 Sekunden liegt, ein Hindernis. Danach werden dann noch einmal ca. 1 bis 3 Sekunden gebraucht, um alle Daten des aktuellen Tages darzustellen. Das ist ein Killer für eine schnelle Terminabsprache! Da hoffe ich wirklich auf Besserung durch ein nächstes Update…

Headset
Ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist ein Stereo-Headset mit einem gewöhnlichen 3,5’’ Klinkestecker, der auch die Anwendung in einem Notebook ermöglicht. Der Klang für den Benutzer ist einwandfrei, aber der bei den Angerufenen hörbare Sound lässt wohl viele Wünsche übrig. Nun kann ich leider nicht beurteilen, ob das an den Fahrgeräuschen meines Autos oder an dem schwachen Mikro des Headsets liegt, würde aber spontan auf den zweiten Punkt tippen 😉
Ein noch sehr viel drastischerer Störfaktor ist in folgender Situation festzustellen: Werden während eines Telefonats neue Mails abgerufen (dies kann man in beliebigen Intervallen takten), bricht das Telefonat über das Headset beim Ertönen des Empfangstons zusammen. Dies so festzustellen hat etwas gebraucht und auch die Nerven aller Beteiligter arg in Mitleidenschaft gezogen. Auch hier denke ich, wird ein Update Abhilfe schaffen.

Fazit
Die ersten 40 Tage mit meinem neuen Telefon waren ein wahres Vergnügen, das manchmal nur durch den fehlenden Strom gebremst wird. Mit der steigenden Anzahl von (sinnvollen) Anwendungen im App-Store wächst auch die Summe der Minuten pro Tag, an denen ich gerne mit dem Gerät arbeite – manche würden es auch als spielen bezeichnen 😉
Alles in allem kann ich die Anschaffung empfehlen, auch wenn ich – wie bereits eingangs beschrieben – keinen Vergleich zu anderen Vertretern dieser Art habe…

2 Gedanken zu „Fazit nach 40 Tagen mit dem Palm Pre“

  1. In einem Artikel der IW Business werden neue Geräte und auch ein Update des OS angekündigt! Das Update auf die Version 1.4 soll schon im Februar kommen. „[…] Mit Version 1.4 soll eine Videofunktion für die integrierte Kamera nachgerüstet werden. Weitere Verbesserungen sollen zu einer besseren Performance der Programme und zu einer verlängerten Akkulaufzeit führen.“ Ich freue mich drauf!

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