Online Kitaplatz-Vergabe in Potsdam – Dämmerung am Horizont?

Im Juni berichtete ich ausführlich über die Irrfahrt der Stadt Potsdam auf dem Weg zu einer webbasierten Kitaplatz-Vergabe. In einem Artikel der Potsdamer Neusten Nachrichten heißt es nun, dass ein neuer Anlauf gewagt werden soll, der bereits noch in diesem Jahr zu ersten Ergebnissen führen wird…
Da drücke ich dem Jugendamt mal die Daumen, dass dieses Mal ein wenig mehr, als nur heiße Luft produziert wird. Mir ist allerdings noch schleierhaft, warum man für solch ein Portal mit Mehrkosten von 75.000€ pro Jahr 😮 rechnen muss! Aber das wird dann bestimmt auch noch erklärt…

2 Gedanken zu „Online Kitaplatz-Vergabe in Potsdam – Dämmerung am Horizont?“

  1. Hallo Nico,

    1. betrachtet man dies einmal betriebswirtschaftlich, so könnte (Konjunktiv!!) das Amt bei Ausgaben i.H.v. 75 TEUR p.a. zwei Mitarbeiter mit einem monatlichen Bruttogehalt von 2.400 Eur – bitte AG-Anteile (Brutto x 1,3) berücksichtigen – einsparen. Nehmen wir die kalkulatorischen Miet-, sonst. Büro- und Büronebenkosten hinzu, so rechnen sich selbst utopisch angesetzte 75 TEUR noch.

    2. betrachtet man dies einmal volkswirtschaftlich, so können – einerseits – tausende von Eltern darauf verzichten, zum Amt zu traben um den Antrag zu stellen und – andererseits – alle Kitaeinrichtungen auch noch Verwaltungskosten sparen. Die Eltern können also in der Zeit, die sie sonst auf dem Amt verbringen, das BIP steigern helfen. Ob sie dies durch abhängige oder selbständige Arbeit oder aber durch Konsum (dieser selbst bei Sozialfällen) tun, ist erst einmal egal. In Kombination mit den betriebswirtschaftlichen Betrachtungen sind diese Skaleneffekte weit mehr wert, als die o.a. 75 TEUR.

    3. betrachtet man es nun auch noch vom Standpunkt der Kinder aus, welche eben durch die eingesparte Zeit der Eltern und eine (hoffentlich) kürzere Bearbeitungszeit im Amt einerseits mehr Zeit mit ihren Eltern verbringen und sich andererseits darüber hinaus auch schneller – und damit mehr – soziale Kompetenz in der Kita erarbeiten können… sind die 75 TEUR quasi „peanuts“ (vgl. hierzu: Hilmar Kopper, 1994).

    Ergo: Potsdam tut Gutes. Und dies sogar einmal volkswirtschaftlich.

    Ich schlage vor, dass diese Argumentation, natürlich noch besser ausgefeilt, der Pressestelle des OB JJ schon einmal als Erklärungsvorlage geliefert werden kann. Es sei denn, Deine Blog-Besucher haben noch bessere Ideen, um die o.g. Summe zu erläutern.

    Liebe Grüße

    Silvio

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