Von Wustermark über Brieselang nach Hennigsdorf auf dem „66-Seen-Rundweg“

Schild "66-Seen-Rundweg"

Vor ziemlich genau 7 Wochen hatten wir uns zum ersten Mal auf den 66-Seen-Rundweg begeben. Dabei waren wir von Potsdam über Marquardt nach Wustermark gewandert und hatten so die ersten 1,5 Etappen des offiziellen Wanderweges gemeistert. An diesem Wochenende hatten wir nun wieder einmal Zeit, um uns den nächsten Etappen zu widmen. Dabei ging es von Wustermark über Brieselang nach Hennigsdorf, so dass wir nun insgesamt die ersten 3 Etappen absolviert haben. Hier mein Rückblick auf diese gut 28 Kilometer:

Beim letzten Mal ging die Rückfahrt von Wustermark nach Potsdam rechts fix. Allerdings war das ein Wochentag und wir fuhren am Nachmittag. Nun wollten wir aber an einem Samstag gegen 8 Uhr ab Wustermark starten. Nach einer gut 90 minütigen Anfahrt mit S- und Regionalbahn ging es dann gegen 8:30 Uhr los.

Abmarsch in Wustermark - Etappe 2 und 3 auf dem 66-Seen-Rundweg warten
Abmarsch in Wustermark – Etappe 2 und 3 auf dem 66-Seen-Rundweg warten

2. Etappe: Marquardt – Brieselang

Der Umweg zum Bahnhof war sehr kurz. Nach nur 700 Metern waren wir wieder zurück auf dem offiziellen Rundweg. An dieser Stelle muss ich direkt ein Kompliment los werden:

Vielen Dank für die tolle Ausschilderung!

Rund um Wustermark ist der Weg so gut ausgeschildert, dass man auf die Navigation per Hand ohne Probleme verzichten kann. Da macht das Wandern richtig Spaß 🙂

Wir folgten für 500 Meter dem Zubringer zur B5 bevor wir die Straße wieder verlassen konnten und den Wanderweg parallel zum Havelkanal betraten. Hier muss man unbedingt links des Kanals laufen, da auf der anderen Seite meist nur private Wege dem Gewässer folgen. Der Weg ist für ca. 2 Kilometer recht monoton und führt über staubigen Schotterweg. Wir hatten uns einen sonnigen Tag ausgesucht, so dass uns bereits so früh am Tage die Sonne etwas zu schaffen machte. Immerhin sorgt der Kanal für etwas kühle Luft.

Aber auch dieser Abschnitt liegt irgendwann hinter uns und wir erreichen den Campingplatz Zeestow Havelkanal. Hier geht es durch ein kleines Wäldchen und man kann notfalls die Gastronomie und die Örtlichkeiten nutzen. Da wir gerade einmal 4 Kilometer auf der Uhr hatten, kam eine Pause noch nicht in Frage 😉

Wenn man den Zeltplatz gen Norden verlässt und die Wustermarker Allee betritt, muss man sich etwas nach links orientieren. Dort gibt es einen kleinen Weg, der wieder zum Kanal führt. Leider waren wir von unseren Gesprächen zu abgelenkt, so dass wir der Allee folgten. Da die Brücke sehr hohe Leitplanken hat und rechtsseitig keinen Pfad zum Wasser anbietet, muss man sie einmal überqueren, um dann die Straße zu passieren und noch einmal über die Brücke zurück laufen. Dort gibt es dann eine schmale Treppe, die aber mit sehr kleinen Stufen schwierig zu laufen ist. Letztendlich gelangt man so aber wieder auf den Rundweg zurück.

Wir folgen weiteren 1,5 km dem Havelkanal und passieren die tiefste Stelle dieser Etappe. Nachdem man unter der A10 hindurch geht, gelangt man zum ersten schwierigen Abschnitt. Mindestens im Sommer ist der Weg hier so stark bewachsen, dass sich die 200 Meter bis zur Bredower Allee wie ein Kilometer anfühlten. Eigentlich sollten wir dann noch einmal bis zur nächsten Eisenbahnbrücke auf der linken Kanalseite bleiben. Da wir den Weg aber nicht einmal mehr sehen konnten, nutzten wir die Brücke für eine Kanalüberquerung. Auf der anderen Seite lief es sich deutlich besser!

Somit erreichten wir Brieselang. Leider ist die Ausschilderung des 66-Seen-Rundweges hier nicht sehr gut. Wir verließen uns auf die Führung der Route von AllTrails. Diese führt über die Jahnstraße quer durch eine Einfamilienhaussiedlung. Nicht sehr sehenswert, aber bei jedem Wetter passierbar. Im Nachhinein haben wir gesehen, dass wir auch einem Wanderweg parallel zum Wasser hätten folgen können. Vielleicht weiß jemand, wie die Beschaffenheit des Geläufs dort ist. Ich freue mich auf einen Kommentar!

Nach einem kleinen Schlenker verließen wir den Kanal gen Osten und schafften die letzten Meter bis zum Ende der 2. Etappe auf der Kreuzung von Falken- und Fichtestraße.

3. Etappe: Brieselang – Hennigsdorf

Da die Sonne mittlerweile recht hoch stand und wir bereits gut ein Drittel des Tagesziels erreicht hatten, waren wir auf der Suche nach einer Sitzgelegenheit im Schatten. Brieselang hat seeeeehr laaaaange Straßen und so brauchten wir noch eine Weile bis zur Kreuzung „Lange Straße“ (als wenn ich es geahnt hätte 😉 ), um uns bei Kilometer 9 die erste Rast in einer Bushaltestelle zu genehmigen.

Gut gestärkt ging es weiter Richtung Norden auf dem 66-Seen-Rundweg. Nach einigen hundert Metern verließen wir den Ort und betraten ein frisch gemähtes Feld. Hier war weit und breit kein Baum oder Strauch, so dass die Sonne den Boden ordentlich aufgeheizt hatte. Nach ca. 250 Metern betritt man dann einen Wald. Die kühle Luft drückt bereits auf das Feld und man spürt einen deutlichen Temperaturabfall.

Ein hoch auf den Wald!

Hier ist der Boden noch leicht feucht und es läuft sich sehr angenehm, auch wenn ein frisch umgestürzter Baum einen kleinen Umweg erzwingt. Nach einem Kilometer erreichen wir Alt Brieselang. Hier war die Wegführung etwas hakelig, so dass wir ein paar wenige Meter Umweg machten. Zum Glück aber immer noch im Wald!

Nun muss man einige Meter direkt auf der Nauener Chaussee gehen und so wieder einmal den Havelkanal überqueren. Leider gibt es hier keinen Radweg, so dass man direkt auf der Fahrbahn gehen muss. Immerhin kann man auf der Brücke hinter den Leitplanken laufen. Gut 50 Meter nach der Brücke passiert man einen schicken Wegweiser …

Wegweiser an der Nauener Chaussee
Wegweiser an der Nauener Chaussee

… und biegt dann zweimal nach rechts in die Natur ab. Nach gut 75 Metern hat man die Wahl, dem offiziellen Weg gen Nord-Osten zu folgen oder einfach am Kanal zu bleiben.

Je nach Jahreszeit sollte man diese Entscheidung gut überlegen!

Wir hatten diese unscheinbare Abzweigung übersehen und gingen mutig am Kanal weiter. Diese Entscheidung bereuten wir recht schnell, da auch der Weg so stark überwachsen war, dass wir nur sehr vorsichtig laufen konnten, um einzelne Löcher und Steine nicht zu übersehen. Leider ist der Bewuchs am Ufer hier auch so stark, dass man vom Wasser wenig zu sehen bekommt. Der offizielle Weg verläuft zwischen 300 und 500 Meter parallel, ist aber durch keinen Querweg erreichbar. Dieser anstrengende Abschnitt erstreckt sich über 3,5 km und war – vor allem bei der prallen Sonne – nicht ganz so lustig. Immerhin gab es ein oder zwei Lücken in der Ufervegetation, die zu einer kurzen Rast einluden. Beim nächsten Mal gehen wir hier aber bestimmt die offizielle Route 😉

Nachdem auch der offizielle 66-Seen-Rundweg wieder am Havelkanal angelangt ist, führt die Route noch gut 1,5 km am Ufer entlang, bis wir die Schleuse Schönwalde erreichten. Leider führt der Weg nicht direkt an ihr vorbei, man kann sie aber bereits von Weitem gut erkennen.

Die letzten Meter zur "Schleuse Schönwalde" führen über welligen Weg.
Die letzten Meter zur „Schleuse Schönwalde“ führen über welligen Weg.

An der Schleuse hält man sich halblinks, um in einen sehr schönen Wald abzubiegen. Hier ist der Weg sehr angenehm und die Bäume des Mischwaldes spenden Schatten. Man schlägt zwei große Haken und überquert nach 2 Kilometern die Chausseestaße (L16) an einem weiteren schönen historischen Wegstein.

Historischer Wegstein an der L16 mit Markierung des 66-Seen-Rundweg
Historischer Wegstein an der L16 mit Markierung des 66-Seen-Rundweg

Auf der anderen Seite der Landstraße geht es wieder in den Wald. Der Weg führt über einen weiteren Kilometer bis zum Ortsrand von Schönwalde/Dorf. Die Route des 66-Seen-Rundweg führt noch eine Weile parallel zur Hauptstraße an einigen Pferdekoppeln vorbei durch den Wald, bis man an der Kirche und Feuerwehr die Hauptstraße betritt. Da wir hier die 20 Kilometer erreicht haben, nutzen wir die einladende Sitzgruppe unter Kastanie vor der Feuerwehr für eine weitere Rast. Dabei entdecken wir einen Wasserhahn an der Wand der Feuerwehr und nutzen die Chance, den Kopf und die Arme etwas abzukühlen.

Nun geht es weiter Richtung Bahnhof, bis uns nur 100 Meter weiter eine Einladung des Landgut Schönwalde überrascht, die wir nicht ablehnen können 🙂

Gut gestärkt machen wir uns auf das letzte Viertel dieser Tagestour auf dem 66-Seen-Rundweg. Die Strecke führt auf der Asphaltstraße weiter in Richtung Bahnhof, bevor ein unscheinbarer Pfad nach rechts in den Wald führt. Glücklicher Weise ist die Abbiegung mit dem bekannten Zeichen markiert. Nach gut einem Kilometer überquert man die Schönwalder Straße und kann hier auf dem parallel laufenden Radweg ein paar Meter abspulen. Nach 500 Metern biegen wir wieder nach rechts ab, um ostwärts über Felder und lichte Wälder bis an den Ortsrand von Hennigsdorf zu gelangen.

Die Temperaturen sorgen für ordentlich Schweiß und wir freuen uns, auf einem Friedhof einen Brunnen mit sehr kühlem Wasser zu finden. Wenn auch nicht trinkbar, so ist es doch aber für eine Abkühlung der Arme und des Kopfes gut genug. Die letzten 1500 Meter führen durch das Stadtgebiet von Hennigsdorf mit wenig Schatten, aber viel Beton und Asphalt.

Wir erreichen unser ZIEL am Bahnhof in Hennigsdorf
Wir erreichen unser ZIEL am Bahnhof in Hennigsdorf

Der offizielle Zielpunkt der 3. Etappe des 66-Seen-Rundes ist nur wenige 100 Meter vom Bahnhof in Hennigsdorf entfernt. Wir belohnen uns mit einem Abstecher ins Einkaufszentrum, um etwas Proviant für die Rückfahrt aufzunehmen. Wir fahren dann mit der Regionalbahn bis Jungfernheide, um mit der S-Bahn den Weg nach Hause zu finden …

Mein Fazit zur 2. Wanderung auf dem 66-Seen-Rundweg

Alles in Allem waren auch diese 1,5 Etappen über zusammen knapp 28 Kilometer sehr schön. Der Weg am Kanal war wirklich sehr anstrengend, aber das haben wir uns ja selbst so ausgesucht 😉 Leider lagen keine weiteren Seen auf unserem Wege, obwohl zum Beispiel in Brieselang der Nymphen- oder Kiessee hätten auf dem Weg liegen können. Immerhin begleitete uns der Havelkanal über weite Strecken.

Wir sind gespannt, wie es nun weiter gehen wird. Die nächsten 24 Kilometer führen nach Wensickendorf. Fortsetzung folgt …

Von Nico

Ich bin leidenschaftlicher Unternehmer, Dozent, Sportler & Netzwerker! Hier blogge hier seit Ende 2008 über alles, was mich so interessiert.

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